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Ivan Bwambale aus Uganda

eingeladen von TransFair e.V.

Der 29jährige Bwambale Ivan hat in seiner Funktion als Generalsekretär der Rwenzori Farmers‘ Marketing Cooperative Society Limited hautnah miterlebt, welche Wirkungen der Faire Handel entfalten kann.

In Uganda brach im Jahr 2012 der Preis für den Rohstoff Baumwolle zusammen, viele Bauern mussten sich deswegen verschulden und konnten die horrende Pacht, die die Landbesitzer verlangten, kaum noch bezahlen. Doch dann taten sich rund 200 Farmer aus den abgelegenen und schlecht zu erreichenden Dörfern am Fuße der Rwenzori-Berge in Westuganda zusammen und gründeten im Dezember desselben Jahres Rwenzori Farmers Marketing Co-operative Society Ltd.

Die Kooperative besteht aktuell aus 250 Mitgliedern, mehr als die Hälfte davon sind Frauen (133). Seit 2014 ist die Kooperative Fairtrade-zertifiziert. Im Zuge der Zertifizierung lernten die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Schulungen unter anderem die knappen Wasserreserven effizienter zu nutzen und die Ernteerträge durch modernere Anbaumethoden und den richtigen Einsatz von Düngern deutlich zu erhöhen. Mithilfe der Fairtrade-Prämie bauten die Farmer zudem Wasserspeicher, finanzierten Trainings zu den Themen Arbeitssicherheit und Erste Hilfe, Gesundheit und Bildung.

Doch sie gingen einen weiteren wichtigen Schritt, um in der Wertschöpfungskette aufzusteigen: Während die meisten Kooperativen ihre Ware einfach an Baumwoll-Entkernungsunternehmen verkaufen, schloss die Rwenzori-Kooperative selbst Verträge mit den Betreibern, die es den Farmern erlauben, mit dem Rohstoff auch nach der Trennung von Kernen und Fasern weiter zu handeln – das brachte ihnen eine Einkommenssteigerung von rund 30 Prozent.

Ivan Bwambale ist als Generalsekretär unter anderem verantwortlich für die Weiterbildungen der Kooperativenmitglieder.  Er setzt Schwerpunkte bei der Erarbeitung neuer Anbaumethoden sowie der Qualitätssteigerung der Baumwolle.

Vom 16. - 24. September 2016 wird er auf seiner Deutschlandtour über die Chancen und Herausforderungen im Fairen Handel berichten.

Espirita Guerrero Romero, Kleinproduzentin

eingeladen von dwp - Fairhandelsgenossenschaft eG

Esperita Guerrero Romero, 58 Jahre alt, ist die älteste von sechs Geschwistern. Mit ihrer Tochter und etwa 70 weiteren Familien lebt sie im kleinen Dorf San Jose de Aymara, wo sie geboren und aufgewachsen ist. San Jose de Aymara mit seinen 300 Einwohnern liegt auf fast 4.000 Höhenmetern in den peruanischen Anden im Bezirk Pazos. Esperita Guerrero Romero gehört zu den Bäuerinnen, die sich schon 2008 Agropia angeschlossen haben und sie nimmt regelmäßig an den Schulungs- und Qualifizierungsangeboten ihrer Kooperative teil. Schon die Eltern und Großeltern von Espirita Guerrero Romero haben „papas nativas“, die traditionellen peruanischen Kartoffeln, kultiviert und Espirita kennt die vielen Sorten von Kindesbeinen an. Heute führt Espirita die Tradition der Familie fort und achtet, wie schon ihre Vorfahren, auf den Erhalt einer großen Sortenvielfalt der Kartoffeln. Täglich arbeitet sie dazu auf 3.900 Metern Höhe in ihrer „chacra“, einem Feld von etwa 3 ha Größe, auf dem sie mehr als 80 verschiedene Kartoffelsorten kultiviert. Wie schon ihre Großeltern, von denen sie die Liebe zu den einheimischen Kartoffelsorten gelernt hat, betreibt sie hier, in den peruanischen Anden, eine Bank für Biodiversität (Bank für Hermoplasma), mit der sie die alten Sorten erhält. Sie wünscht sich mehr Marktchancen für die verschiedenen Kartoffelsorten, um diesen vielfältigen kulturellen Schatz Perus bewahren zu können. Wenn man mit Espirita spricht, spürt man ihre Hingabe und die Verbundenheit der Kleinproduzentin mit den papas nativas. Espirita spricht von „meinen papas nativas“ und es wird deutlich, dass diese für die Kleinbauern hier nicht nur Lebensgrundlage, sondern auch Lebensmittelpunkt sind.

Zum Fairen Handel sagt sie: 

"Der Faire Handel hat unsere wirtschaftliche Situation deutlich verbessert. So können immer mehr Mitglieder unserer Kooperative ihre Kinder zur Schule schicken. Früher konnten wir aufgrund von Geldmangel unsere Kinder nicht zur weiterführenden Schule schicken. Inzwischen studiert der Großteil der Kinder unserer Produzenten. Meine Tochter lernt z.B. Buchhaltungsaufgaben."

Hinsichtlich der Angebote von Agropia hebt sie hervor:

"Seitdem unsere Fair-Handels-Kooperative Agropia mit uns über 'gender issues' diskutiert und diese auch über die Kooperative hinaus publik macht, hat sich die Diskriminierung der Frauen in unseren Gemeinden deutlich verringert. Ich selbst bin Ansprechperson für die Frauen in unserer Gemeinde, vermittle mein in den Schulungen erlangtes Wissen und ermutige die Frauen, für ihre Rechte einzutreten."

Wollen Sie die Produzentinnen persönlichen kennenlernen? Hier finden Sie die Infos zu den Veranstaltungsorten.