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Grußwort des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller zur Fairen Woche 2018

Der Klimaschutz ist die Überlebensfrage der Menschheit. Zugleich ist er eine Frage der Gerechtigkeit. Denn leider sind von den sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen des Klimawandels diejenigen am meisten betroffen, die am wenigsten dazu beigetragen haben. Dazu gehören auch die Partner des Fairen Handels, vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Für viele von ihnen ist der Klimawandel bereits bittere Realität. Während die Generation ihrer Großeltern sich noch auf feste Säh- und Erntezeiten verlassen konnte, ist das Wetter beispielsweise für Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern in Honduras oder Uganda zum Risiko geworden. Für viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bedeutet dies häufig eine Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen. Sie benötigen unsere Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels.

Dabei ist die Begrenzung der Treibhausgasemissionen die zentrale Zukunftsaufgabe. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt seine Partnerländer daher mit einer globalen Partnerschaft bei der Erreichung ihrer Klimaschutzziele – unter anderem über klimaschonende Anbaumethoden in der Landwirtschaft oder den Schutz von Wäldern, die leider immer noch beispielsweise für Palmölplantagen gerodet werden. Aber auch wenn es uns gelingt, die entsprechenden Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, wird das den Klimawandel nicht vollkommen verhindern. Daher sind in vielen Ländern Anpassungsmaßnahmen notwendig, die eine wichtige Säule der internationalen Klimapolitik und der Entwicklungszusammenarbeit sind. In der Landwirtschaft spielen hier unter anderem Bewässerungssysteme eine wichtige Rolle. Gegen verbleibende Risiken helfen ferner Klimarisikoversicherungen. Das BMZ unterstützt beispielsweise bei der finanziellen Absicherung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gegen Dürren im Sahel, in Ost-Afrika oder in Lateinamerika im Rahmen seiner InsuResilience-Initiative. Ein Beispiel: Durch die Unterstützung der lokalen Versicherung Caja Sullana in Peru können Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie kleine bis mittelgroße Unternehmen Versicherungen gegen die Auswirkungen von Überschwemmungen und Dürren erwerben.

Insgesamt erhielten im letzten Jahr 466 Bäuerinnen und Bauern sowie Kleinunternehmen Auszahlungen in Folge von zwei Überflutungen. Damit konnten Felder neu angelegt und beschädigte Gebäude repariert werden. Auch im Fairen Handel wird der Klimawandel als große Herausforderung gesehen. So werden z.B. Kleinbauern-Kooperativen bei der Umstellung auf biologischen Anbau nach Kräften von den Siegel- und Importorganisationen unterstützt. Doch für diese globale Herausforderung ist schnelles und entschlossenes Handeln aller Akteure – der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene – unabdingbar.

Auch Sie als Verbraucherinnen und Verbraucher können sich täglich für Produkte entscheiden, die unter gerechten und ökologisch nachhaltigen Bedingungen hergestellt wurden. Das stetig wachsende Sortiment an Lebensmitteln und Handwerksprodukten aus Fairem Handel ist dafür eine gute und vertrauenswürdige Option. Indem Sie den Fairen Handel stärken, tragen Sie nicht nur zu mehr Gerechtigkeit im globalen Handel bei, sondern unterstützen die Handelspartner bei der Bewältigung des Klimawandels.

Das BMZ unterstützt den nachhaltigen Konsum in Deutschland aktiv. Um Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Entscheidung für anspruchsvolle und glaubwürdige Siegel zu unterstützen, hat die Bundesregierung das Portal und die App Siegelklarheit ins Leben gerufen. Siegelklarheit.de vergleicht und bewertet Umwelt- und Sozialsiegel miteinander, hilft bei der Orientierung angesichts der Vielfalt der Siegel und unterstützt damit beim nachhaltigen Einkauf von Produkten.
Der Faire Handel in Deutschland wird vom BMZ beispielsweise im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit gefördert. Zudem fragen immer mehr Bürgerinnen und Bürger, was ihre Kommune zu Hause leistet. Deshalb würdigen wir herausragendes kommunales Engagement für faire Beschaffung und Handel durch den von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) durchgeführten Wettbewerb "Hauptstadt des Fairen Handels".
Wie der Faire Handel funktioniert und seine Partner im Kampf gegen den Klimawandel stärkt, können Sie während der Fairen Woche im Rahmen von bundesweit über 2.000 Veranstaltungen erfahren.
Als Schirmherr der Fairen Woche und Freund des Fairen Handels möchte ich mich ganz besonders bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bedanken, welche die größte Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland möglich machen. Mit ihrer Kreativität und ihrem Engagement für mehr Gerechtigkeit und Klimaschutz machen sie die Faire Woche zu einem besonderen Ereignis. Zugleich treiben sie den Fairen Handel in Deutschland und weltweit voran auf unserem gemeinsamen Weg zu einer gerechteren Welt.


Ihr
Dr. Gerd Müller
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
und Schirmherr der Fairen Woche 2018