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Die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland

Nachgefragt: mit Werner Stumpf, Vorsitzender des Eine-Welt-Verein Harambee

In der heutigen Ausgabe unserer Interviewreihe haben wir mit Werner Stumpf gesprochen. Er ist Vorsitzender des Eine-Welt-Verein Harambee, dem Träger des Weltladen Güntersleben in Franken. Das Faire Frühstück des Weltladen Güntersleben am Mittelpunkt der Europäischen Union wurde bei der Aktion 50+50 Faire Frühstücke an außergewöhnlichen Orten ausgezeichnet. Als Preis darf sich der Weltladen auf den Besuch eine*r Produzentenvertreter*in während der nächsten Fairen Woche freuen.

Herr Stumpf, warum haben Sie sich für den Mittelpunkt der EU als Frühstücksort entschieden?

Es ist einfach ein sehr symbolträchtiger Ort, weil die EU ein wichtiger Akteur ist. Nachdem einige Parteien die Werte der Demokratie verändern wollen, wollten wir mit der Wahl unseres Ortes auf die bisher gemeinsamen Grundwerte der Europäischen Gemeinschaft aufmerksam machen, die auch für den Fairen Handel gelten: Gerechtigkeit, Fairness, Kooperation, Solidarität usw. Die aktuellen Bestrebungen der EU, das Lieferkettengesetz, für das sich die Weltläden viele Jahre eingesetzt haben, wieder aufzuweichen, waren ein weiterer Grund dafür, mit unserem Frühstück auf die Verantwortung der EU hinzuweisen.

Wie war die Reaktion der Vertreter*innen der Politik auf eure Aktion?

Die Bürgermeister der beteiligten Orte waren bereits teilweise in den Steuerungsgruppen tätig und sagten ihre Teilnahme am Frühstück gerne zu. Der Landrat des Fairtrade-Landkreises Würzburg machte sich trotz anderer Verpflichtungen für diesen Termin frei.

Sie haben sich für die Frühstücksaktion mit anderen Fair-Handels-Initiativen aus der Region zusammengeschlossen. War das Ihre erste gemeinsame Aktion und planen Sie, die Kooperation fortzusetzen?

Dies war die erste gemeinsame Kooperation. Gegenseitige Kontakte gab es bereits. Wir wollten mit dieser Kooperation auch darauf hinweisen, dass gemeinsames Handeln (auch im Rahmen der EU) zu guten Ergebnissen führen und man gemeinsam mehr erreichen kann. Weitere Kooperationen sind möglich. Die nächste Gelegenheit könnte eine gemeinsame Veranstaltung sein, wenn wir unseren Preis einlösen: den Besuch eine*r Kaffeeproduzent*in im Rahmen der Fairen Woche 2026.

Welche Erfahrungen, die Sie bei der Planung und Durchführung Ihrer Frühstücksaktion gemacht haben, können Sie an andere Weltläden weitergeben?

Das Auffallendste war die Unkompliziertheit der Zusammenarbeit. Jeder Partner hat das eingebracht, was in seinen Möglichkeiten lag. Hindernisse wie z.B. das Suchen einer Ausweichmöglichkeit im Falle von Regen haben wir gemeinsam gelöst. Wir haben daraus gelernt, dass es sich lohnen kann, einfach mal andere Akteure anzufragen, ob sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können. Das geht auch, ohne schon ein fertiges Konzept zu haben bzw. das ist vielleicht gerade gut, weil sich die Partner dann noch mit eigenen Ideen einbringen können. Wichtig war auch, dass keiner der Partner sich in den Vordergrund gestellt hat.

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