Nachgefragt: mit Sarah Kolditz von der Brot für die Welt Jugend
Wir haben mit Sarah über ihr Engagement bei der Bort für die Welt Jugend gesprochen.
Du bist in einer Ortsgruppe aktiv und Teil des Koordinierungsgremiums der Brot für die Welt Jugend – was genau macht ihr dort und wie kann man bei euch mitmachen?
Die Brot für die Welt Jugend ist ein deutschlandweites Netzwerk junger, engagierter Menschen. Zusammen wollen wir unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten und Verantwortung für eine gerechte Zukunft übernehmen. Dabei besteht das Netzwerk aus den lokal organisierten Ortsgruppen und dem Jugendausschuss, der sich zum Großteil aus Menschen der Ortsgruppen zusammensetzt. Die Mitglieder dieser Gruppen treffen sich regelmäßig, wohingegen der Jugendausschuss hauptsächlich in Onlinekonferenzen und zu Seminarwochenenden zusammenkommt. Darüber hinaus besteht die Option, an vom Jugendausschuss organisierten Fortbildungen in Form von Seminaren und Workshops teilzunehmen, wodurch man sich stärker überregional vernetzen kann.
Aufgrund der genannten Strukturen entsteht schließlich Raum für gesellschaftspolitischen Diskurs und die Möglichkeit, die daraus resultierenden Ideen zu verwirklichen. In meiner Leipziger Gruppe haben wir beispielsweise vor den Bundestagswahlen 2025 Flyer produziert und diese deutschlandweit verteilt, um auf eine wertebewusste, demokratische Wahl hinzuweisen. Aber auch kleinere Aktionen, wie etwa das Gestalten politischer Sticker oder das Veranstalten eines öffentlichen Cafés, um sich mit Leuten über Politik und Gesellschaft auszutauschen, spielen eine Rolle. Im Jugendausschuss sind wir vor allem für die Planung nationaler Events verantwortlich – sei es die Organisation veganer Kochseminare oder die Planung des Youthtopia Wochenendes – und können strukturelle Änderungen an der Brot für die Welt Jugend anstoßen. Mitmachen ist dabei sehr simpel: Einfach unsere Website aufsuchen, eine passende Ortsgruppe finden, anschreiben, hingehen und teilnehmen. Sollte keine Gruppe in der Nähe zu finden sein, ist das jährlich im Sommer stattfindende Youthtopia Wochenende die beste Möglichkeit, um die gesamte Brot für die Welt Jugend kennenzulernen, sich mit anderen Leuten zu connecten und einen Überblick über die Struktur der Organisation zu bekommen.
Was ist aus deiner Sicht das Besondere an der Brot für die Welt Jugend – was unterscheidet euer Engagement von anderen Jugendinitiativen?
Für mich ist es die offene und unkomplizierte Art und Weise, welche die Brot für die Welt Jugend besonders macht. Die Hürde, bei uns mitzumachen, ist sehr gering, da man jederzeit an den Treffen der Ortsgruppen teilnehmen kann. Selbst die Gründung neuer Gruppen erfordert keinen großen Aufwand. Zudem sind wir inhaltlich unabhängig von der Dachorganisation Brot für die Welt, erhalten von ihr jedoch finanzielle Unterstützung für unsere Projekte. Wir können uns dementsprechend voll und ganz auf unsere Ideen fokussieren, ohne uns über die finanzielle Umsetzung sorgen zu müssen. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass unsere Organisation zwar einen christlichen Hintergrund hat, dieser jedoch kein Auswahl- oder Ausschlusskriterium darstellt. Im Gegenteil, wir schätzen interreligiösen Dialog sogar sehr.
Vielfalt spielt in vielen Jugendbewegungen eine große Rolle: Was bedeutet Vielfalt für euch/für dich konkret und wie lebt ihr sie in eurer Arbeit?
Vielfalt ist eines der zentralen Anliegen in unserer Jugendorganisation, da durch sie der Raum für neue Perspektiven, Ideen und gesellschaftlichen Austausch entsteht. Persönlich schätze ich den daraus wachsenden interkulturellen Dialog am meisten. Denn erst dadurch verstärkt sich das Verständnis für unterschiedliche Lebensansichten. Und genau dieses Verständnis betrachte ich als essenziell für den Erhalt einer lebendigen, vielfältigen Demokratie, in der alle Menschen willkommen sind.
Welche Themen und Herausforderungen bewegen junge Menschen aktuell, wenn es um globale Gerechtigkeit und gesellschaftliches Engagement geht?
Auf die Frage gibt es sicherlich nicht nur eine richtige Antwort. Aber besonders mich und meine Freund*innen in der Brot für die Welt Jugend beschäftigen der globale Rechtsruck, der Klimawandel sowie die zunehmenden Kriege und Konflikte. Da diese Entwicklungen eng miteinander verknüpft sind, fühlt man sich dabei manchmal sehr klein und machtlos. Doch genau deshalb schließen wir uns als Brot für die Welt Jugend zusammen, um gemeinschaftlich einen Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft zu leisten und so dem machtlosen Gefühl entgegenzuwirken. Das kommende Youthtopia Wochenende greift dabei das Thema der globalen Gerechtigkeit mit dem Titel Solidarity has no borders auf, um in einer sich kontinuierlich spaltenden Gesellschaft globalen Zusammenhalt zu fördern.
Danke, liebe Sarah, für das Gespräch.