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Die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland

Nachgefragt: mit Manuela Piott vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

Für die heutige Ausgabe haben wir mit Manuela Piott darüber gesprochen, warum Aktionstage so wichtig sind, wie Engagement sichtbar wird und was die Faire Woche und die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
 

Liebe Manuela,

Was bedeutet Vielfalt für dich persönlich — und welche Rolle spielt sie aus deiner Sicht für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaft?

Für mich bedeutet Vielfalt die Anerkennung und Wertschätzung der zahlreichen unterschiedlichen Lebensrealitäten, Perspektiven und Erfahrungen, die unsere Gesellschaft prägen. Sie zeigt sich in kulturellen Hintergründen, sozialen Lebenslagen, Überzeugungen und individuellen Sichtweisen auf die Welt. Ich verstehe Vielfalt als große Chance: Sie eröffnet Räume für Dialog und Aushandlung, in denen unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt werden können. Gerade in diesen Prozessen liegt das Potenzial, Strukturen gerechter zu gestalten, Ungleichheiten abzubauen und Teilhabe für alle zu ermöglichen. In diesem Sinne ist Vielfalt für mich ein zentraler Motor für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaft. Denn nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn sie die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt und auf Gerechtigkeit, Inklusion und gegenseitigem Respekt basiert.

Welche Bedeutung haben die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit für dich, wenn es darum geht, lokales Engagement und zivilgesellschaftliche Initiativen sichtbar zu machen?

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit wurden 2012 vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, nachhaltige Initiativen und Projekte in ganz Deutschland sichtbar zu machen und Menschen zu eigenem Engagement zu motivieren. Jedes Jahr beteiligen sich hunderte Aktionen, die die Vielfalt und Kreativität nachhaltigen Handelns eindrucksvoll zeigen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Bedeutung des lokalen Engagements: Viele Veränderungen beginnen im Kleinen – in Nachbarschaften, Vereinen, Schulen oder Kommunen – und können von dort aus eine große Wirkung entfalten. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit als zentrale Plattform, auf der Aktionen gebündelt und sichtbar gemacht werden. Es bietet lokalen Initiativen eine Bühne, stärkt ihre Reichweite und ermöglicht Austausch sowie Vernetzung über regionale Grenzen hinaus. So entstehen wertvolle Synergien, die das Engagement insgesamt stärken und weitertragen.

Welchen konkreten Nutzen siehst du in einer stärkeren Verbindung zwischen Fairer Woche und den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit — für die beteiligten Organisationen, aber auch für die öffentliche Wahrnehmung nachhaltigen Handelns?

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit verfolgen den Anspruch, möglichst viele nachhaltige Initiativen im Zeitraum vom 18. September bis zum 8. Oktober bundesweit sichtbar zu machen. Da sich dieser Zeitraum mit der Fairen Woche überschneidet, ergibt sich eine naheliegende und wirkungsvolle Verbindung beider Formate. Durch diese zeitliche Überschneidung profitieren beide Seiten voneinander: Wir bündeln Reichweiten, Ressourcen und Kommunikationskanäle. Für die beteiligten Organisationen bedeutet das mehr Sichtbarkeit, größere Vernetzungsmöglichkeiten und die Chance, ihre Themen in einem breiteren Kontext zu platzieren. Für die Öffentlichkeit entsteht ein stärkeres, klareres Signal: Nachhaltiges und faires Handeln ist vielfältig, relevant und findet bundesweit statt. Diese gebündelte Wahrnehmung kann dazu beitragen, mehr Menschen zu erreichen, zu sensibilisieren und zum Mitmachen zu bewegen.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Manuela!

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