Nachgefragt: Interview mit Elke Rehwald-Stahl

Jeden Monat stellen wir drei Fragen zur Fairen Woche an eine Person aus der Fair-Handels-Bewegung – diesmal an Elke Rehwald-Stahl.

Sie ist seit 1990 im Fairen Handel aktiv, zunächst als Ehrenamtliche im Weltladen Weilburg, seit 2003 ist sie dort Geschäftsführerin. Sie berichtet uns von ihren Erfahrungen, die sie mit der Eröffnung eines Textil-Weltladens gesammelt hat und verrät uns, welche Aktionen sie dort zur Fairen Woche planen.

 

Seit wann gibt es den Laden und was war eure Motivation, einen Textil-Weltladen zu eröffnen?

Wir haben den Laden, oder besser gesagt das Geschäft, im März 2018 eröffnet, 22 Jahre nach der Eröffnung unseres ersten Weltladens in Weilburg. Das Thema Fairer Handel ist uns also absolut vertraut. Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch und Informationen über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilherstellung, insbesondere von Frauen, ließen uns nicht mehr los. Wir wollten eine Handlungsalternative anbieten, auch für uns selber. Warum faire Bananen essen und fairen Kaffee trinken, nicht aber fair gehandelte Kleidung tragen? Wir fanden heraus, dass es qualitativ hochwertige und schöne Bekleidung gibt, die unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wird und mieteten den zweiten Laden.

Welche Herausforderungen gab/gibt es? Welche Erfahrungen habt ihr seitdem gemacht?

Sehr herausfordernd für uns ist es, die Ware schon lange bevor sie geliefert wird auf der Messe vorordern zu müssen. Welche Größen und Farben kaufe ich ein, wie viele Teile von welchem Modell? Beschränke ich mich beim Einkauf auf wenige Modelle, oder biete ich eine breite Vielfalt an? Man kann es gar nicht genau absehen, was dann verkauft werden wird und es bleiben immer Teile übrig. Für den Fairen Handel gilt, dass, wenn die Ware geordert wurde, sie auch abgenommen und bezahlt wird.

Wir lernen jedes Jahr neu dazu, was beim Einkaufen zu beachten ist und wir lernen unsere Stammkund*innen immer besser kennen. Sehr wichtig ist auf jeden Fall auch eine gute Werbung.

Bei der Fairen Woche dreht sich in diesem Jahr alles rund um Textilien – gibt es schon Pläne, mit welcher Aktion ihr euch zur Fairen Woche beteiligt?

Die Pläne sind noch nicht konkret, reifen aber schon langsam heran. Wir bieten seit mehr als 10 Jahren eine Faire Kaffeetafel in Weilburg an, auf dem Schlossplatz unter den Linden. Es ist ein herrliches Fleckchen Erde. Gäste können leckere Produkte aus Fairem Handel kennen lernen. In Form von Kuchen und Torten können sie diese, zusammen mit Kaffee und Tee, oder auch einem Gläschen Wein, genießen. In vielen Gesprächen werden Informationen zum Thema "Fairer Handel" weitergegeben. Ich könnte mir in diesem Jahr sehr gut vorstellen, in dem schönen Ambiente eine Faire Modenschau durchzuführen. Wir haben schon diverse Modenschauen durchgeführt und gute Erfahrungen gemacht. Auch denkbar ist es, dazu eine Ausstellung nach Weilburg zu holen, z.B. von Femnet die Ausstellung "Ich mache Deine Kleidung. Die starken Frauen aus Südostasien."

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