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Die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland

Nachgefragt: Mit Dr. Friederike Vigeland und Dr. Dominique Gillebeert von der Stadtverwaltung Ingelheim

In der heutigen Ausgabe sprechen wir mit Dr. Friederike Vigeland, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, und Dr. Dominique Gillebeert, Leiterin der Stabsstelle für Vielfalt und Chancengleichheit der Stadtverwaltung Ingelheim. Ingelheim war von 2023 bis 2025 Hauptstadt des Fairen Handels. Friederike und Dominique setzen sich mit viel Engagement für nachhaltige Beschaffung, die Fairtrade-Town-Initiative und Kooperationen mit dem Globalen Süden ein.

Im Interview erzählen sie, warum Fair Play nicht erst auf dem Spielfeld beginnt und welche Rolle Kommunen und Vereine dabei spielen können, faire Sportartikel sichtbarer zu machen.

Liebe Friederike, liebe Dominique,

oft wird im Fußball von Fair Play gesprochen – warum gehören aus eurer Sicht auch faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne bei der Produktion von Fußbällen dazu?

Fair Play darf für uns nicht auf dem Spielfeld enden. Wenn im Sport Respekt, Verantwortung und Gerechtigkeit zählen, dann müssen diese Werte auch für die Menschen gelten, die Fußbälle, oder auch Sportbekleidung, herstellen. Faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne sind deshalb ein wichtiger Bestandteil eines glaubwürdigen Verständnisses von Fair Play. Mit dem „Fördertopf Fairer Handel“, den die Stadt Ingelheim mit dem Preisgeld aus dem Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ ausgelobt hat, konnten wir ein tolles Projekt unterstützen. Ein Ingelheimer Fußballverein wollte faire Fußbälle anschaffen. So konnten wir gemeinsam ein konkretes Zeichen setzen, dass sportliche Werte und globale Verantwortung zusammengehören.

Welche Rolle können Vereine und Städte dabei spielen, das Bewusstsein für faire Sportartikel bei Kindern, Jugendlichen und im Breitensport zu stärken?

Vereine und Städte können hier gemeinsam viel bewirken. Vereine erreichen Kinder und Jugendliche unmittelbar im Trainings- und Spielalltag und können so wichtige Impulse setzen. Städte können dieses Engagement unterstützen, indem sie informieren, fördern und mit gutem Beispiel vorangehen. Genau das hat die Fairtrade-Stadt gemacht: Das Thema Fairer Handel wird damit nicht nur theoretisch angesprochen, sondern ganz praktisch im Sportalltag sichtbar. Sportvereine vermitteln Werte wie Respekt, Teamgeist und Gerechtigkeit. Städte und Vereine können zeigen, dass diese Werte auch für die Herstellung von Sportartikeln gelten sollten.

Was würdet ihr Vereinen oder Initiativen empfehlen, die sich erstmals mit fair gehandelten Fußbällen beschäftigen oder diese anschaffen möchten?

Es gibt viele Informationen und Tipps zur Verbindung von Fairem Handel und Sport, z. B. bei den Entwicklungspolitischen Landesnetzwerken. Auch die lokalen Fairtrade-Town-Steuerungsgruppen oder Weltläden unterstützen sicherlich gern. Und dann sollte das ganze pragmatisch angegangen werden: Es muss nicht gleich alles neu angeschafft werden. Aber wenn sowieso neue Bälle benötigt werden, warum dann nicht einfach einmal faire Bälle ausprobieren? Es lohnt sich, das Thema im Verein offen zu kommunizieren und Mitglieder, Kinder, Jugendliche sowie Eltern über die Bedeutung fairer Produktion zu informieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

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