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Nachgefragt: Interview mit Christoph Albuschkat

Jeden Monat stellen wir drei Fragen zur Fairen Woche an eine Person aus der Fair-Handels-Bewegung. Los geht es mit Christoph Albuschkat. Er ist seit der ersten Fairen Woche im Organisations-Team und kümmert sich darüber hinaus beim Weltladen-Dachverband um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 

Lieber Christoph, wie ist die Faire Woche überhaupt entstanden? Gab es einen besonderen Anlass dazu?

Die Idee, eine gemeinsame Aktionswoche aller großen Fair-Handels-Akteure zu veranstalten, ist im Jahr 2000 entstanden. Ich war damals recht neu beim Weltladen-Dachverband und bei meinem Antrittsbesuch in der Geschäftsstelle von TransFair erläuterte mir Claudia Brück, jetzt Vorstandsmitglied von Fairtrade Deutschland, die Idee einer Fairen Woche. Sie ist auf zwei Impulse zurückzuführen: Zum einen die positive Erfahrung des erfolgreichen Gemeinschaftsstandes der großen Fair-Handels-Organisationen beim Kirchentag in Stuttgart 1999. Und zum anderen auf eine Studie, die eine engere Zusammenarbeit der Akteure gefordert hat, um die Wirkung des Fairen Handels – nicht zuletzt für die Produzent*innen – zu erhöhen. Der Wunsch nach einer engeren und kontinuierlichen Zusammenarbeit hat 2002 ja auch zur Gründung des Forum Fairer Handel geführt.

Was war ein besonderes Highlight in den letzten 20 Jahren Faire Woche für dich?

Ein Highlight ist natürlich, dass die unzähligen Aktiven im Rahmen der Fairen Woche auch nach 20 Jahren immer noch so lebendig und kreativ sind wie in den Anfangsjahren und dass sie es schaffen, viele tausend Menschen mit dem Fairen Handel in Berührung zu bringen. Ein Höhepunkt für mich sind in jedem Jahr die Gespräche mit den Handelspartnern, die zu Besuch nach Deutschland kommen – sie wirken jedes Mal wie ein Motivationsschub, weil ihre Berichte Ausdruck dessen sind, dass die Arbeit der vielen tausend Engagierten im Fairen Handel wirkt. Ansonsten gibt es sehr viele schöne Erinnerungen aus den letzten 20 Jahren, an die Faire Woche in der Tagesschau 2007, an Bus-, Rad- und Schiffstouren, an viele Prominente, die sich beteiligt haben, vom Bundespräsidenten über Schauspieler*innen bis zu Fußballern ... Sehr bewegend war gleich die erste Auftaktveranstaltung im September 2001, die nur wenige Tage nach den Anschlägen in den USA stattfand.

Wie hat sich die Faire Woche im Laufe der Zeit verändert und was wünschst Du dir für die kommenden Fairen Wochen?

Die Faire Woche ist länger geworden – seit 2006 haben wir den Aktionszeitraum auf zwei Wochen ausgeweitet, weil die zahlreichen Veranstaltungen nicht mehr in eine Woche passten :) Sehr schön ist auch, dass im Laufe der Zeit immer mehr Akteure als Veranstalter hinzugekommen sind – das ist ja auch ein Zweck der jährlich wechselnden Themenschwerpunkte, dass wir so überlegen, welche Akteure wir neu einbinden können. Und gerade in den letzten Jahren spielen die neuen Medien natürlich eine immer größere Rolle – von Facebook und Instagram war in den Anfangsjahren noch nicht die Rede.
Dass die Faire Woche sogar im Corona-Jahr 2020 fast 1.600 Veranstaltungen hervorgebracht hat, stimmt mich sehr optimistisch für die Zukunft. Ich wünsche mir, dass die Faire Woche weiter an Bekanntheit zunimmt, dass die Medien von sich aus über die Aktionen berichten und dass die Faire Woche nicht nur für die Akteure des Fairen Handels, sondern auch darüber hinaus zu einem festen Termin im Kalender wird. Toll wäre es zum Beispiel, wenn sich noch mehr Unternehmen an der Fairen Woche beteiligen würden, mit Probieraktionen in Betriebskantinen, mit Infoständen oder anderen Veranstaltungen.