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Die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland

Grußwort zur Fairen Woche 2026

Wir freuen uns sehr, dass Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erneut Schirmfrau der Fairen Woche 2026 ist und ein Grußwort für uns geschrieben hat.

 

 

Liebe Leser*innen, liebe Freund*innen des Fairen Handels,

Vielfalt macht Gesellschaften stärker. In diversen Gesellschaften kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Denkweisen zusammen. Das kann manchmal herausfordernd sein – aber es ist vor allem ein riesiger Gewinn! Durch Vielfalt wird unsere Gesellschaft lebendiger, innovativer, krisenfester und auch wirtschaftlich erfolgreicher.

„Fair handeln – Vielfalt erleben!“ Das diesjährige Motto der Fairen Woche zeigt, wie jede*r von uns an Gerechtigkeit und Vielfalt mitwirken kann. Das unterstütze ich als Schirmfrau voll und ganz!

Die Faire Woche 2026 legt dabei einen Fokus auf junge Menschen. Zum einen würdigt sie ihr Engagement – wie zum Beispiel an den über 1.000 Fairtrade-Schulen, wo Schüler*innen zu Fairem Handel arbeiten. Und zum anderen macht sie deutlich, dass junge Menschen in unseren Partnerländern besonders unter unfairen Bedingungen im internationalen Handel leiden. Noch immer müssen weltweit über 130 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten – oftmals für Produkte wie Schokolade oder Kaffee, die wir in Europa tagtäglich konsumieren. Junge Menschen arbeiten auch häufiger in informellen Jobs, etwa auf Plantagen oder in Textilfabriken. Für sie heißt das: niedrige Löhne, fehlende soziale Absicherung und große Unsicherheit. Hinzu kommt, dass diese Jobs stark vom Export abhängen. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und ihre wirtschaftlichen Folgen wirken sich deshalb umso stärker auf sie aus.

Der Faire Handel wirkt dem entgegen. Denn er stärkt Kinderrechte und trägt dazu bei, die Ursachen von Kinderarbeit zu bekämpfen. Er steht für langfristige Partnerschaften mit Kooperativen, in denen Produzent*innen unter geregelten Bedingungen arbeiten und stabile Mindestpreise für ihre Produkte erhalten. Das kommt nicht nur ihnen zugute, sondern auch uns in Deutschland – weil ein faires Handelssystem Lieferketten stabiler macht. Gleichzeitig sichert der Faire Handel einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, damit Böden, Wasser und Wälder auch kommenden Generationen eine Lebensgrundlage bieten. Und er macht Gesellschaften vielfältiger, indem er die Biodiversität schützt, lokales Wissen bewahrt und Frauen fördert.

Für diese Ziele steht auch die deutsche Entwicklungspolitik. Wir engagieren uns gemeinsam mit dem Fairen Handel für ein gerechtes und nachhaltiges Handels- und Wirtschaftssystem. Ein Beispiel dafür ist der vom BMZ finanzierte Fairtrade Access Fund. Er stellt Kleinbäuer*innen in Lateinamerika und Afrika Kredite bereit und berät sie, damit sie sich als Fairtrade-Produzent*innen etablieren können. Mithilfe dieser Finanzierung können Kooperativen etwa Dünger oder Saatgut einkaufen und in ökologische Anbaumethoden investieren. So konnten in Äthiopien rund 80.000 Kaffeebäuer*innen neue EU-Bio-Standards umsetzen, ihren hochwertigen Kaffee erfolgreich in Europa vermarkten und so ein höheres Einkommen erzielen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Human Rights and Environmental Due Diligence Unterstützungsfonds. Er unterstützt Fair-Handels-Unternehmen und Kleinproduzent*innen im Globalen Süden dabei, Sorgfaltspflichten umzusetzen und sich in globale Agrarlieferketten des Fairen Handels zu integrieren.

Das alles wäre ohne die zahlreichen Engagierten im Fairen Handel nicht möglich. Mein Dank gilt allen, die sich für Kooperativen im Globalen Süden einsetzen, unzählige ehrenamtliche Stunden in Weltläden leisten oder in Schulen und Kommunen über Fairen Handel aufklären. Gerade in Zeiten globaler Krisen und zunehmender gesellschaftlicher Spannungen ist es wichtiger denn je, gemeinsam für Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Vielfalt einzustehen.

Dazu können wir alle beitragen – zum Beispiel durch bewussten Konsum hier in Deutschland. Die Faire Woche macht uns bewusst: Der Faire Handel lebt vom Engagement entlang der gesamten Lieferkette – angefangen bei den Erzeuger*innen auf den Feldern und Plantagen, bis hin zu den Konsument*innen im Supermarkt und im Weltladen.

Ich wünsche allen Beteiligten der Fairen Woche – und besonders den zahlreichen Ehrenamtlichen – viel Erfolg!
 

Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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