Rundreisen 2019 | Faire Woche 2019 | Die Faire Woche | Faire Woche

Um unsere Website für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zur Verwendung von Cookies sowie zu Ihrem Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

Rundreisen 2019: Vertreter*innen von Handelspartnern zu Gast in Deutschland

Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder Vertreter*innen von Produzentenorganisationen aus Ghana, Ruanda, Honduras und Mexiko zur Fairen Woche nach Deutschland einladen können. Die Rundreisen und Informationsveranstaltungen mit den Gästen sind ein wichtiges Element und fester Bestandteil der Fairen Woche. Die Gäste berichten aus erster Hand über ihre Arbeit und über die Wirkungen des Fairen Handels. Damit leisten sie einen bedeutenden Beitrag zur Transparenz und zur Stärkung der Glaubwürdigkeit des Fairen Handels. Auf der anderen Seite sind sie mindestens genauso neugierig, etwas über den Fairen Handel, die Akteure und die Wünsche der Kund*innen in Deutschland zu erfahren. Die Begegnung mit unseren Gästen bietet also die Chance zum Austausch in beide Richtungen.

Gäste der Fairen Woche 2019

Über APROLMA:

Die Frauenkooperative APROLMA (Asociación de Productoras Libres de Marcala) mit 69 Mitgliedern besteht seit 2013. Sie ist eine der wenigen reinen Frauenkooperativen im internationalen Kaffeemarkt. Die Kaffeebäuerinnen vermarkten nicht nur hochwertigen Bio-Kaffee – sondern stehen auch für die Rechte von Frauen ein. Deren Geschichte ist häufig durch häusliche Gewalt geprägt. Um den Produzentinnen mehr Wertschöpfung vor Ort zu ermöglichen, haben GEPA und APROLMA gemeinsam das Röstprojekt gestartet. Insgesamt zwölf Frauen haben sich weitergebildet und alle Arbeitsschritte erlernt,die dafür notwendig sind – von Rösten über Qualitätssicherung bis hin zu Verpacken und Etikettieren. Dies sorgt für mehr Beschäftigung – in der Kooperative und in den Zulieferbetrieben. Das Wissen und die Kompetenz entstehen so vor Ort ganz neu. Die Frauen sind auf dem Weg zum gemeinsamen Kleinunternehmen, um ihren Kaffee von der Bohne bis zum Endprodukt selbst zu produzieren. Mehr Einkommen durch den Fairen Handel und jetzt durch das Röstprojekt bietet auch Kindern neue Chancen durch eine bessere Schulbildung. Mit dem Anbau und der Weiterverarbeitung ihres hochwertigen Kaffees erkämpfen sich die Mitglieder von APROLMA mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Über Dolores Cruz Benitez, Geschäftsführerin von APROLMA :

Dolores Cruz Benitez ist 44 Jahre alt und die Koordinatorin der Röstprojektgruppe bei APROLMA. Sie berichtet, was der neue „Frauenkaffee” für die Bäuerinnen von APROLMA bedeutet: „Damit bleibt praktisch der komplette Mehrwert, der damit verbunden ist, hier in unserer Organisation. Jetzt sind wir sehr stolz, die ersten Kaffeebäuerinnen in Honduras zu sein, die diesen Kaffee nach Europa exportieren.”

Über KOPAKAMA:

Die ruandische Kaffee-Kooperative KOPAKAMA hat sich im Westen Ruandas, nahe dem Kivu-See zusammengeschlossen. Ein besonderes Augenmerk der Kooperative liegt auf der Versöhnung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und der Förderung von Frauenprojekten.

Nach langer Zusammenarbeit wird in diesem Sommer der Kaffee zum ersten Mal in Bio-Qualität importiert – dank der Unterstützung des El Puente-Entwicklungsfonds. Hervorragende klimatische Bedingungen an den Hängen der Hochgebirgsausläufer sowie der vulkanische Boden sorgen für eine langsame Reifung der Kaffeekirschen und somit für einen reichhaltigen Geschmack und ein volles Aroma. Auf einer Höhe von 1.500 bis 2.200 m kultivieren die Kleinbäuer*innen hauptsächlich die Varietät Bourbon.

Über Marthe Uwiherewenimana:

Marthe Uwiherewenimana ist seit 2010 Mitglied bei KOPAKAMA und seit 2017 Präsidentin des Aufsichtsrates. Marthe ist KOPAKAMA beigetreten, da sie sich als Kaffeebäuerin mit anderen austauschen und zusammenarbeiten wollte, um die Kaffeeproduktion zu steigern und gemeinsam einen Markt für Kaffee zu finden. Die Kooperative hat sich Gleichberechtigung von Frauen auf die Fahne geschrieben und wird zurzeit von einer Frau geleitet. Dazu sagt Marthe: „Die Förderung von Frauen ist sehr wichtig, um ihnen die gleichen Chancen wie Männern zu geben. In einigen Ländern Afrikas ist die Arbeitsaufteilung noch stark von Männern geprägt, während Frauen bei den Entscheidungen dazu ausgeschlossen sind.“

Über Global Mamas:

Die Nicht-Regierungs-Organisation Global Mamas hat sich im Jahr 2003 gegründet mit dem Ziel, Frauen zu unterstützen, eigene Kleinbetriebe aufzubauen und/oder als Angestellte
von Global Mamas zu arbeiten. Der Schwerpunkt der Organisation liegt in der Konfektion und Produktion von Textilien, Accessoires und Heimtextilien aus GOTS-zertifizierter Baumwolle. Die Stoffe werden aufwendig
manuell in traditioneller Wachsbatik-Technik bedruckt und nach dem Nähen mit den Namen der jeweiligen Produzentinnen signiert. Außerdem produziert Global Mamas Schmuck aus recyceltem Glas sowie Kosmetik aus Shea-Butter. Global Mamas bezahlt grundsichernde Löhne (3-facher Mindestlohn), hat ein eigenes Gesundheitsprogramm, investiert in die Weiterbildung der Frauen und übernimmt die professionelle Vermarktung der Produkte. Das trägt zur Unabhängigkeit der Frauen bei und versetzt sie in die Lage, sich ein eigenständiges Leben aufzubauen und z.B. in die Ausbildung ihrer Kinder zu investieren. Heute arbeiten knapp 400 Produzentinnen in 9 Gemeinden Ghanas für die Organisation, die sich als WFTO-Mitglied dem Fairen Handel verschrieben hat. In 2019 wurde auch begonnen, die weltweit erste „Fair Trade Zone“ zu errichten. Diese soll nach Fertigstellung 200 weitere Arbeitsplätze bieten, komplett CO2 neutral betrieben werden und auch als Weiterbildungs-, Begegnungs- und Lernort für andere Firmen und Organisationen dienen.

Über Patience Essibu und Barbara Tetteh-Appain:

Patience Essibu ist Mitgründerin von Global Mamas und eine der Führungsfrauen. Sie hat Management und Marketing studiert und ist als Personalbeauftragte zuständig für soziale Fragen, die die Frauen betreffen. Patience sagt: „Frauen in die Lage zu versetzen, finanziell unabhängig zu sein, leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Wirtschaft eines ganzen Landes zu stärken und Arbeitslosigkeit zu reduzieren.“ Patience ist 39 Jahre alt und hat drei Kinder.

Barbara Tetteh-Appain ist als Designerin und Trainerin Teil des Entwicklungsteams bei Global Mamas. Sie entwickelt neue Designs, näht neue Muster und trainiert die Näherinnen darin, die neuen Designs umzusetzen. Sie arbeitet gerne mit Menschen zusammen und liebt es, Menschen glücklich zu machen – von daher freut es sie, ihre Werte mit ihrer Arbeit bei Global Mamas umsetzen zu können.

TransFair lädt für September zwei Gäste aus Mittelamerika ein. Olga Alvarado, eine Kaffeeproduzentin in Intibucá, wanderte in die USA aus, da sie nicht mehr vom Kaffeeanbau leben konnte. In Devon, New Jersey, arbeitete sie acht Jahre lang bei McDonalds, um Geld zu sparen. Mit ihrem Ersparten kehrte sie nach Honduras zurück, um sich ein kleines Stück Land zu kaufen und fairen Kaffee anzubauen. Sie ist Mitglied der Fairtrade-zertifizierten Kooperative COAQUIL. Die Fairtrade-Mindestpreise geben ihr und den anderen Kooperativen-Mitgliedern Stabilität in turbulenten Zeiten, da die internationalen Kaffeemarktpreise gerade sehr
niedrig sind. Viele der Bauern und Bäuerinnen in ihrer Gegend verkaufen Kaffee mit einem Verlust von etwa 50 Dollar pro Sack, mit Fairtrade erzielt Olga einen Gewinn von etwa 30 Dollar pro Sack.

Olga wird gemeinsam mit Jaquelina Vivanco, Vertreterin des Fairtrade-Produzentennetzwerkes CLAC in Mexico, im Rahmen der Aktion #MachKaffeeFair von TransFair und anlässlich der Fairen Woche aus erster Hand von den größten Herausforderungen im Kaffeeanbau berichten: Einkommenssicherung, Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit.