Frei ist nicht (automatisch) fair - Welthandel und Fairer Handel

Ein wesentliches Merkmal der Globalisierung ist die Zunahme des weltweiten Handels - sowohl mit Gütern als auch mit Dienstleistungen und Kapital. Die Verfechter der Liberalisierung sind davon überzeugt, dass von einer fortschreitenden Globalisierung letztlich alle profitieren. Dass dem nicht so ist, zeigt der tägliche Blick in die Zeitungen: Die Zahl der Armen - nicht nur in den Ländern des Südens - steigt. Mehr und mehr Menschen sind gezwungen, durch die Ausbeutung der Natur ihr tägliches Überleben zu sichern. Die laufenden Verhandlungen bei der Welthandelsorganisation WTO lassen befürchten, dass sich die Handelsbedingungen für die Länder des Südens weiter verschlechtern werden. Die Existenz von Millionen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist damit bedroht.
Der Faire Handel bietet für die Produzentinnen und Produzenten in den Ländern des Südens eine Alternative: Durch gerechtere Preise für die Waren, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, langfristige Lieferverträge, mögliche Vorfinanzierung sowie Beratungsleistungen verhilft er den Handelspartnern, sich eine zukunftsfähige Existenz aufzubauen.
Den Fair-Handelshäusern, Weltläden und der Siegelinitiative TransFair ist es unter Beteiligung von Produzenten, Importeuren, Herstellern und dem Handel gelungen, eine erfolgreiche Alternative zu entwickeln.
Neben der Bildungsarbeit gehören politische Kampagnen zum Fairen Handel, die darauf abzielen, Strukturen des Welthandels gerechter zu gestalten. So haben sich in den vergangenen Jahren mehrere hundert Weltläden für eine Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft eingesetzt. Auch zur bevorstehenden Reform der europäischen Agrarpolitik haben Weltläden ihre Forderungen an Politiker gerichtet.
Der Kauf fair gehandelter Produkte im Weltladen oder im Supermarkt trägt somit dazu bei, den Menschen in den Ländern des Südens eine menschenwürdige Existenz aufzubauen und kleinbäuerliche Strukturen zu erhalten. Aktionstage, wie zum Beispiel die europäischen Weltladentage bieten den Konsumentinnen und Konsumenten darüber hinaus Möglichkeiten, sich aktiv an den politischen Forderungen zu beteiligen.