Fairer Handel: Transparenz und Verbraucherschutz

Tee-Trinkerin

Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre - allen voran die BSE-Krise - haben eines ganz deutlich gemacht: Transparenz hat bei der Produktion von Lebensmitteln oberste Priorität. Vor dem Hintergrund dieser Diskussionen um die Qualität von Lebensmitteln rückt der Faire Handel immer mehr ins Blickfeld: Die bei konventionellen Lebensmitteln geforderte Transparenz gehört schon lange zu den wesentlichen Zielen des Fairen Handels. Bei Produkten aus Fairem Handel können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur genau zurückverfolgen, woher diese kommen, sondern sie erfahren auch, was genau darin enthalten ist.

Die Organisationen des Fairen Handels beziehen die Produkte direkt von den Genossenschaften aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Ein Großteil der Lebensmittel wie Kaffee, Tee oder Kakao kommt nicht erst seit heute aus anerkanntem Bioanbau. Vor rund 20 Jahren wurde durch den Fairen Handel der erste Biokaffee in Deutschland eingeführt, zwei Jahre später wurde fair gehandelter Biotee eingeführt. Die Handelspartner, zum Beispiel Kleinimker aus Mexiko oder Kaffeebauern aus Peru werden in der Anwendung natürlicher Schädlingsbekämpfungsmittel beraten und beleben ihr altes Wissen um umweltverträgliche Produktion.

Auch in Deutschland durchläuft jedes Produkt strenge Lebensmittelkontrollen, bevor es in den Handel kommt, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf rückstandsfreie Lebensmittel verlassen können. Zum Beispiel wird Honig schon lange regelmäßig auf Bienenarzneimittel wie das Antibiotikum Streptomycin getestet. Im Fairen Handel kommen Rohstoffe von hoher Qualität zum Einsatz: Beim Kaffee liegt der Schwerpunkt auf hochwertigen Arabica-Bohnen, bei der Herstellung von Schokolade wird Kakaobutter nicht durch Pflanzenfette ersetzt, und auf gentechnisch produzierte Bestandteile wird ganz bewusst verzichtet.

Darüber hinaus hat auch der ökologische Anbau im Fairen Handel eine wichtige Bedeutung: Beim Tee zum Beispiel hat der Bioanbau eine ganz direkte Auswirkung auf die Teetrinker, denn eventuelle Rückstände wie Pestizide würden beim konventionellen Anbau in der Tasse landen. Außerdem werden Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter vor den giftigen Sprühnebeln geschützt. Beim Kaffee liegt der Effekt des ökologischen Anbaus vor allem im Schutz der Kaffeebauern und dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sowie des ökologischen Gleichgewichtes. Wenn man dagegen die für den Menschen schädlichen Schimmelpilzgifte vermeiden will, kommt es auf gute Lagerung und Exportaufbereitung in den Anbauländern an. Die Beratung durch Organisationen des Fairen Handels hat hier in Tests immer wieder zur Deklaration als "rückstandsfrei" geführt.

Weltläden haben seit jeher Bioprodukte im Angebot. Käuferinnen und Käufer waren damit Vorreiter einer für Mensch und Natur schonenden Produktionsweise. Aber auch in vielen Supermärkten werden derzeit Biokaffee, Biotee oder Bioschokolade verstärkt nachgefragt. Dort tragen 65 Prozent der Kaffeepäckchen neben dem TransFair-Siegel auch ein Biosiegel, bei Tee kommen 67 Prozent aus biologischem Anbau.