Eröffnung der Fairen Woche im Landtag Hessen

Wiesbaden - 24. September. Mit giftgrünen Papiertüten wurden die Abgeordneten des hessischen Landtages am Mittwoch früh vor dem Plenarsaal begrüßt. Vertreter/innen der Weltläden, des Entwicklungspolitischen Netzwerks Hessen (EPN Hessen) und der InWEnt Regionalstelle händigten ihnen mit Bananen, Schokoriegeln, Fruchtgummis und Probepäckchen gefüllte Taschen im Rahmen der bundesweiten Fairen Woche (15. bis 28. September) aus. Für die Weltläden betonte Johannes Lauber, dass sich allein bei den etwa 70 Läden in Hessen mehr als 1000 Menschen für gerechtere Handelstrukturen und eine nachhaltige Wirtschaftsweise engagierten. EPN Hessen - Koordinator Andreas van Baaijen forderte die Politiker auf, das soziale Engagement der Bürgerinnen und Bürger durch eine flankierende Politik zu unterstützen: aktuell nannte er die Forderung, soziale und ökologische Kriterien in die Grundlagen des öffentlichen Beschaffungswesens in Hessen aufzunehmen.
Angst, leer auszugehen, musste keiner der Volksvertreter haben. 115 gut gefüllte Einkaufstaschen standen - säuberlich aufgereiht - für die Parlamentarier bereit. Stärkung für den Körper und geistige Nahrung hielten sich die Waage. "Doppelt gut! Bio im Fairen Handel" lautet das Motto der Fairen Woche in diesem Jahr. Lauber zufolge stammen mittlerweile 70 Prozent der Lebensmittel im Fairen Handel aus ökologischer Landwirtschaft. Die Kombination fair und bio stehe für die Idee nachhaltigen Wirtschaftens und garantiere hohe Qualität. Durch die enge Verflechtung mit Kirchengemeinden, Schulen und anderen Gruppen hätten sich zudem an vielen Orten Initiativen gebildete, die ihren eigenen fair gehandelten Kaffee vermarkteten: Nassau Affair in Wiesbaden, Main-Kaffee in Frankfurt, Elisabeth-Kaffee in Marburg oder Kaffee Mathilda in Darmstadt.
Ein ähnliches Engagement wünschte sich van Baaijen von der Politik. Land, Städte und Gemeinden übten erheblichen Einfluss als Nachfrager von Produkten aus. "Von der Polizeiuniform bis zum Kaffee, der in der Landtagskantine ausgeschenkt wird, entscheiden Sie mit, unter welchen Bedingungen die Ware produziert wurde." Er forderte die Abgeordneten auf, die Vergabepraxis zu überdenken: Ob Getränke, Büromaterial, Blumen, Kleidung oder Computer, die öffentliche Hand müsse sich beim Einkauf an Produkten orientieren, die ökologisch und sozial hergestellt wurden. Bayern, Bremen, Hamburg, Sachsen und das Saarland hätten bereits entsprechende Beschlüsse verabschiedet.
Andreas van Baaijen
Koordinator EPN Hessen
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
Vilbeler Strasse 36, 60313 Frankfurt
Tel.: 069 - 91395170
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