Arlindo Velásquez, EL PUENTE/Guatemala

Schon als Kind hatte Arlindo die Möglichkeit in der Webstube seiner Eltern, die bereits seinem Großvater gehörte, viel über die Kunst dieses Handwerks zu lernen. Während seiner Grundschulzeit nahm er an Kursen über typische guatemaltekische Webarbeiten teil und übte sich in der Produktion. Mit 15 Jahren wurde Arlindo Mitglied der Weber-Kooperative Tonalá R. L., die sich heute San Pedro Unido nennt. Diese hat zum damaligen Zeitpunkt bereits geschäftliche Kontakte mit EL PUENTE in Deutschland.
Sein Studium zum Grundschullehrer finanzierte Arlindo sich mit Hilfe des Verkaufs seiner Webarbeiten. Auch im Anschluss an sein Studium arbeitete er weiterhin im Rahmen der Kooperative Tonalá. 1990 erhielt er aufgrund seiner Tätigkeit als Führungskraft der Kooperative ein Stipendium der Vereinigten Staaten. Er studierte für knapp zwei Jahre in Seattle Qualitätsmanagement und schloss das Studium mit Auszeichnung ab.
Nach seiner Rückkehr nach Guatemala übernahm Arlindo den Posten des Geschäftsführers der Kooperative und führte verschiedene Projekte mit hohem gemeinschaftlichem Nutzen durch.
1995 verbrachte Arlindo auf Einladung von EL PUENTE hin einige Monate in Deutschland, um die Organisation und die internen Abläufe besser kennen zu lernen. Zurück in Guatemala gründete er mit diesem Wissen die Organisation EL PUENTE Guatemala, die den Import von Guatemala-Produkten für die EL PUENTE GmbH unproblematischer gestalten sollte.
Neben seinen Aufgaben in der neu entstandenen Organisation konnte Arlindo im Jahr 2004 sein Studium der Betriebswirtschaftslehre beenden.
Heute ist Arlindo Velásquez noch immer als Geschäftsführer der Organisation EL PUENTE Guatemala tätig. Er betreut neun verschiedene Produzentengruppen, darunter vier reine Frauenkooperativen, die verstreut im nördlichen Guatemala liegen. Die einzelnen Gruppen gehören unterschiedlichen Ethnien an und sprechen demnach verschiedene Sprachen. Es kommt oft vor, dass nur ein Mitglied das Spanische wirklich beherrscht, lesen und schreiben können nur die Wenigsten. Hier ist es Arlindos Aufgabe, die eingegangenen Bestellungen für die Produzenten verständlich weiterzugeben und diese während der Produktionsphase regelmäßig zu betreuen. Die geschäftlichen Angelegenheiten sowie die Kontaktpflege zu seinen internationalen Geschäftspartnern regelt er von seinem Büro in Queztaltenango aus.
Arlindo wird des Weiteren über die jetzige Situation in Guatemala berichten können. Er wird die vom Hurrican Stan im vergangenen Oktober angerichteten Schäden dokumentieren und die für die Produzentengruppen entstandenen Folgen schildern, und somit noch einmal nachdrücklich auf das derzeitige Spendenprojekt EL PUENTEs hinweisen!
Terminvereinbarungen: www.el-puente.de
José M. Lecarnaqué Castro, CEPIBO/Peru

Der Verband der Bio-Bananen-Kleinproduzenten in Peru (CEPIBO in spanischer Abkürzung) feiert im August 2006 sein dreijähriges Bestehen. CEPIBO vertritt etwa 1.500 Produzenten in sieben Erzeugerorganisationen mit 2.000 Hektar Farmland in den Anbaugebieten von Chira, Piura und Tumbes in Nordperu. Dort gab es in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs der Bio-Bananenproduktion. Peru liegt mittlerweile an der Spitze der weltweiten Bio-Bananen-Exporte.
Die Produktion in den Nordprovinzen Perus ist (noch) kleinbäuerlich strukturiert, der Export hingegen fast vollständig unter Kontrolle weniger ausländischer Firmen. Darunter findet sich auch der Bananenmulti Dole, der den größten Teil der Exporte aus der Region abwickelt, davon auch eine Teilmenge mit Fairtrade-Siegel.
Gegen die Übermacht der konkurrierenden Exportfirmen mit ihren teilweise ruinösen Billigst-Ankaufpreisen will CEPIBO die wirtschaftliche und politisch-soziale Selbstbestimmung und Entwicklung der Bauern, Arbeiter/innen und der gesamten Bevölkerung in den Anbaugebieten durchsetzen. Mit sehr gründlichen Untersuchungen und Planungen für die organisatorische Entwicklung in Jahresaktionsplänen und Strategiedokumenten bis zum Jahr 2015 ist CEPIBO im Jahre 2005 an BanaFair herangetreten, um die Unterstützung dieser Fairhandelsorganisation zu bekommen. Seitdem finanziert BanaFair diverse Programme bei CEPIBO, die den institutionellen Aufbau des Verbandes stärken sollen. Aktuell ist ein Projekt zur Produktion organischen Düngers in Vorbereitung.
Zwei Mitgliedsorganisationen von CEPIBO sind bisher für Fairen Handel zertifiziert. Derzeit strebt auch der Dachverband selbst die Zertifizierung an, damit auch die übrigen Mitglieder vom Fairen Handel profitieren können. Seit dem Absatz-Boom für Bio-Bananen kommen die Erzeugerpreise immer stärker ins Rutschen. Fairtrade mit seinem Mindestpreissystem bietet zumindest eine gewisse Stabilisierung.
José M. Lecarnaqué Castro ist Präsident von CEPIBO und selbst Bananenbauer. Aufgrund seines Engagements für eine selbstbestimmte Entwicklung hat ihm Dole die Abnahme seiner Bananen gekündigt. Über die Situation der kleinbäuerlichen Erzeuger im Norden Perus, die Aktivitäten der Exportfirmen, die Preissituation und die Chancen des fairen Handels kann er aus eigener Erfahrung und Anschauung berichten.
Terminvereinbarungen: info@banafair.de
Joaquín Vásquez und Manuel Benjamin Parrales, UROCAL/Ecuador

UROCAL ist eine Dachorganisation kleinbäuerlicher Erzeuger/innen in der südlichen Küstenregion Ecuadors. Die Provinzen Guayas, Azuay und El Oro bilden eines der größten Bananenanbaugebiete des Landes.
UROCAL, die "Regionale Union der Bauernorganisationen der Küstenregionen in Ecuador" vereint gut zwei Dutzend Dorfkooperativen, Produzentenvereinigungen, Frauenkomitees und eine Kreditgenossenschaft mit insgesamt über tausend Mitgliedern. Entstanden ist dieser Dachverband aus den Landkämpfen der sechziger Jahre. Die meisten Bauernfamilien bewirtschaften Felder zwischen einem und 15 Hektar im Küstenstreifen zwischen den beiden Exporthäfen Guayaquil und Machala. Die Bananen-Bauern von UROCAL gehören zu den ca. 5000 Kleinbauern im Lande, die etwa 60 Prozent der gesamten Bananenproduktion Ecuadors liefern. UROCAL ist der wichtigste Handelspartner für BanaFair und umgekehrt. Seit gut fünf Jahren sind die Bauern bio-zertifiziert, sowohl nach den Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung wie nach den strengeren Kriterien des Anbauverbandes Naturland. Die von BanaFair vermarkteten fairgehandelten Bio-Bananen von UROCAL sind im Übrigen die einzigen Bananen mit Naturland-Siegel!
Zusammen mit der Dominikanischen Republik und Peru hat sich Ecuador in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Lieferländer für Bio-Bananen entwickelt. Vorherrschend allerdings ist wie überall die konventionelle Produktionsweise, die gekennzeichnet ist durch Monokultur, agroindustrielle Großplantagen, massiven Einsatz hochgiftiger Pestizide und allzuoft Verletzung grundlegender Arbeits- und Menschenrechte der Beschäftigten. Aus Ecuador gibt es darüberhianus immer wieder Berichte über ausbeuterische Kinderarbeit.

Das lukrative Geschäft mit den krummen Früchten wird weltweit von nur fünf Großkonzernen beherrscht. Kleinbäuerliche Erzeuger haben wenig Chancen, dem Konkurrenz- und Preisdruck standzuhalten. In Ecuador gibt es ein staatliches Mindestpreissystem. Aktuell gültig ist ein Preis von 3,25 USD, den Exportfirmen eigentlich verbindlich an die Bauern zahlen müssen. Dieser Preis gilt für 18 kg Bananen, also die Standardmenge eines Kartons. Selbst dieser niedrige Preis wird von vielen Firmen unterlaufen. Gerade in den letzten Wochen häuften sich wieder Berichte über Ankaufpreise von unter einem Dollar.Seit UROCAL mit BanaFair kooperiert, hat es viele Veränderungen gegeben. UROCAL setzt auf ein Konzept von nachhaltiger Entwicklung, von dem nicht nur die eigenen Mitglieder, sondern die ganze Region profitieren soll. Der Anbau erfolgt in Mischkultur und Agro-Forst-Systemen. UROCAL bietet fachkundige Beratung an, Fortbildungskurse sowie Programme für Frauen und Jugendliche. Neben der schon erwähnten Kreditgenossenschaft engagiert sich UROCAl auch in einem sozialen Wohnungsbau-Programm. Die Einnahmen aus dem Bananen-Export bieten hierfür die ökonomische Basis: die Bauern erhalten einen deutlich höheren Preis und die zusätzliche Fair-Trade-Prämie hilft, die vielfältigen Aktivitäten der Genossenschaft zu finanzieren.Über die Situation der Bananen-Kleinbauern in Ecuador, den biologischen Anbau und die Bedeutung des Fairen Handels können Joaquín Vásquez und Manuel Benjamin Parrales berichten. Joaquín Vásquez ist der Präsident des Dachverbandes UROCAL, Manuel Benjamin Parrales ein Bananen-Bauer, der zur Vereinigung der Bio-Produzenten bei UROCAL gehört.
Terminvereinbarungen: info@banafair.de
Reginaldo Vicentim und Claudemir Honório da Silva, COAGROSOL, Brasilien

Reginaldo Vicentim ist mit seinen 24 Jahren bereits Geschäftsführer von COAGROSOL(Cooperativa dos Agropecuaristas Solidários de Itápolis), einer der Bauernverbände, die die gepa mit Orangensaftkonzentrat für die Säfte "Merida" und "Batida del Mundo" beliefert. Zur Fairen Woche werden sowohl der Geschäftsführer Reginaldo Vicentim, als auch der 28-jährige Orangenbauer Claudemir Honório da Silva auf Deutschlandtour gehen: Bei Presse-Events und Informationsveranstaltungen, beispielsweise in den Regionalen Fair Handelszentren der gepa, werden die beiden von ihrem Arbeitsalltag erzählen. Reginaldo Vicentim war bereits international auf Reisen, darunter auch in Europa und Deutschland.
Auf die Frage, was er von seinem Deutschland-Trip erwartet und wo seine Prioritäten liegen, antwortet Reginaldo: "Ich möchte den deutschen Markt für fair gehandelte Produkte kennen lernen. Mich interessiert vor allem, welche Verbrauchertrends es gibt und welche Herausforderungen auf uns zukommen".

Die Organisation COAGROSOL aus dem brasilianischen Bundesstaat São Paulo wurde 2000 gegründet und lässt seitdem Orangen zu Konzentrat verarbeiten, das sie selbst vermarktet. Außerdem fördert sie gezielt den Bio-Anbau. Vom Fairen Handel profitieren sowohl die landlosen Orangen-Pflücker, die für die Ernte von den Bauern angestellt werden, als auch die Bauern.
Der Faire Handel garantiert der Genossenschaft einen Mindestpreis von 1.200 US-Dollar pro Tonne Orangensaftkonzentrat. Hinzu kommt ein Fairhandels-Aufschlag von 100 US-Dollar. Steigt der Weltmarktpreis über den Mindestpreis von 1.200 US-Dollar, zahlt der Faire Handel Weltmarktpreis und Fair Handelsaufschlag. Durch diese Regelung können die Mitglieder von COAGROSOL die Preisschwankungen am Weltmarkt besser abfedern.
Über die Verwendung des Aufschlages von 100 US-Dollar entscheidet ein Gremium, das aus zwei Orangenpflückern, dem Vorsitzenden des Gewerksschaftsdachverbandes und einem Repräsentanten von COAGROSOL besteht. Den Mehrpreis investiert die Genossenschaft vor allem in die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder und ihrer Kinder. So hat COAGROSOL beispielsweise ein Nachhilfeprogramm für Kinder mit Sprachproblemen und einen Computerkurs für Kinder von Pflückerfamilien ins Leben gerufen.
Außerdem wird damit die Herstellung einer speziellen Nährmischung für Kinder und Schwangere finanziert, die Mangelerscheinungen aufgrund von unausgewogener Ernährung verhindern soll und es werden Alphabetisierungskurse für Pflücker angeboten.
Terminvereinbarungen: www.gepa.de
Donardo Angeles, PREDA/Philippinen

Donardo Angeles absolvierte sein Diplom an der Ramon Magsaysay Technological University, ehemals das Western Luzon Agricultural College. Aufgrund seiner guten Leistungen und seiner Tätigkeit als Schülersprecher erhielt er von der Universität ein 4jahres-Stipendium.
Während des Ausbruchs des Vulkans Mt. Pinatubo gab er als aktiver Freiwilliger den betroffenen Gemeinden der Provinz Zambales Katastrophenbereitschafts-training und verteilte im Namen des Social Action Center of Zambales (SACZ), des Zentrums für Soziales Handeln in Zambales, einer auf Kirchenebene fungierenden Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Spenden.
Nach seinem Schulabschluss 1994 wurde er sofort vom Social Action Center of Zambales übernommen und war dort als Mitarbeiter für Lebensunterhaltsfragen tätig, indem er direkt den Bauern und Fischern zuarbeitete und anhand von Lebensunterhaltsprojekten und Mikrofinanzierung ihr sozialwirtschaftliches Niveau anhob. Um die Bauern weiter unterstützen zu können, erstellte er das Konzept des Biologischen Anbaus und der Liquiditätssicherung.
Aufgrund seines Potentials wurde er auch zum Entwicklungshelfer der Gemeinde ausgebildet, was ihm ermöglichte, den Bauern in ihrer Weiterentwicklung zur Seite stehen zu können. Nach sechs erfolgreichen Jahren bei SACZ wechselte er im Juli 2000 zu PREDA.
Hier bei Preda Fair Trade ist Donardo Angeles als Mitarbeiter für die Weiterentwicklung der Produzenten und als Diplom-Landwirt tätig.
Durch seine Mitarbeit kann Preda noch besser zum Wohlergehen der Produzenten beitragen. Er trug zur Durchführung des Projekts für soziale Entwicklungshilfe für Produzenten "Producer social development assistance project" bei. Hierbei geht es um die Errichtung eines Trinkwassersystems, die Installation von Toiletten, die Eröffnung einer Dorfapotheke, die Verbesserung der Workshops und um die Beschaffung von Werkzeug und Ausrüstung, die die Produktion verbessern und erleichtern sollen. Als Diplom-Landwirt koordiniert Donardo Angeles gegenwärtig die Einführung des biologischen Anbaus von Mangos, der zu einer Bio-Zertifizierung und einer Wiederaufforstung des Urlandes der eingeborenen Bevölkerung, der AETAS, führen soll. So organisiert er auch Aktionen gegen den Großbergbau.
Donardo Angeles vertritt Preda Fair Trade bei der ständigen Zusammenarbeit mit dem Philippinischen Biologischen Zertifizierungszentrum (OCCP) und dem Philippinischen Fair Trade Forum (PFTF). Als Repräsentant für den Fairen Handel bei OCCP steht Donardo Angeles, zusammen mit Alex Hermoso, für die Einbindung der Fairhandelsprinzipien als Teil der Sozialen Gerechtigkeit
bei den Philippinischen Ökostandards. Bis heute durchläuft er verschiedene Ausbildungen, um einer der landesweit agierenden Bio-Inspektoren der OCCP zu werden. Er vertritt Preda Fair Trade vor der Olongapo-Zambales Zivilgemeinschaft, einem Zusammenschluss von Entwicklungs-NGOs und -POs in Olongapo und Zambales, die während des Ausbruchs des Mt. Pinatubo sehr aktiv erste Hilfe und Wiederherstellung leisteten und nun aktiv nach Gerechtigkeit für alle streben.
Er ist auch als aktives Mitglied im Sekretariat der Philippinischen Misereor -Partnerschaft - Zentrale Luzon-Gruppe "Philippine Misereor Partnership - Central Luzon Cluster" tätig. So konnte Preda in der Nationalversammlung der Philippinischen Misereor-Partnerschaft Einfluss darauf nehmen, dass der Faire Handel als kreative und innovative Taktik anerkannt wurde, damit man sich dem Thema Armut und Globalisierung annimmt.
Terminvereinbarungen: www.dwp-rv.de